Rahmenbedingungen für Care-Arbeit verbessern

Die Corona-Krise ist auch eine Care-Krise. Das öffentliche Bewusstsein misst bezahlter und unbezahlter Care- resp. Sorgearbeit zu wenig Gewicht bei. Dabei ist Sorgearbeit unverzichtbar für die wirtschaftliche Leistung und den Wohlstand unseres Kantons. Ohne Care-Arbeit läuft auch in Basel nichts. Die SP-Fraktion geht drei Schwierigkeiten im Bereich der Sorgearbeit und Vereinbarung von Familie und Beruf mit Vorstössen im Grossen Rat an.

Anerkennung von unbezahlter Sorgearbeit

Jeden Tag werden viele Stunden Care- resp. Sorgearbeit geleistet, ohne dass diese finanziell entschädigt werden. Sorgearbeit umfasst beispielsweise die Betreuung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen. Diese Arbeit ist nicht verzichtbar. Das wurde gerade dieses Jahr sehr deutlich, als sich alle im Lockdown darauf besinnen mussten, was es eigentlich braucht, damit unsere Gesellschaft funktioniert. Frauen leisten im Bereich der unbezahlten Sorgearbeit ungleich mehr als Männer. Das hat Auswirkungen auf ihre Karriere, ihr Einkommen und ihre Altersvorsorge. Sie nehmen also persönliche materielle Einbussen in Kauf, um das Funktionieren der Gesellschaft am Leben zu erhalten. Grossrätin Nicole Amacher findet: «Diese grosse Leistung verdient Anerkennung. Zu oft wird die Sorgearbeit von Frauen in Politik und Wirtschaft als selbstverständlich hingenommen.» Sie reicht mit Fraktionskollegin Edibe Gölgeli zusammen einen Anzug ein, der vom Kanton Basel-Stadt eine Vorreiterrolle in der Anerkennung, Formen der Entschädigung und Umverteilung der unbezahlten Care-Arbeit fordert. «Die Regierung soll verschiedenste Massnahmen prüfen und ein Gesamtkonzept vorschlagen», so Amacher.

Begleitung werdender Eltern

Eltern zu werden hat einschneidende Auswirkungen auf die Aufteilung von Lohn- und Sorgearbeit zwischen Elternteilen. Viele strukturelle Gegebenheiten wirken auf eine ungerechte Verteilung der Care-Arbeit hin (z.B. Lohnungleichheit, fehlende Elternzeit, schlechte Vereinbarkeit von Familie & Beruf, hohe Kosten und Lücken bei der externen Kinderbetreuung). Eltern sollen befähigt werden, den Handlungs- und Entscheidungsspielraum besser zu nutzen, wie sie Lohn- und Sorgearbeit untereinander aufteilen. Grossrätin Barbara Heer sieht oft auch fehlende Begleitung werdender Eltern als Grund für die ungleiche Verteilung: «Es braucht für werdende Eltern nicht nur Vorbereitungsangebote für die Geburt, sondern auch für die Zeit nach der Geburt eines Kindes. Insbesondere die finanziellen Auswirkungen auf die Altersvorsorge der Frauen wird häufig zu wenig mitgedacht.» 

Flexible kurzzeitige Betreuungsangebote

Im Alltag von berufstätigen Eltern gibt es immer wieder Situationen, in denen die Betreuung der Kinder anders gewährleistet werden muss als geplant. Nicht immer können Grosseltern oder Bekannte einspringen. Das professionelle Angebot für diese Situationen ist eher bescheiden. In einer schriftlichen Anfrage fragt Barbara Heer inwiefern Ausbaubedarf im Bereich kurzzeitige Kinderbetreuung besteht. Flexible und kurzzeitig buchbare Betreuungsangebote sind eine wichtige Entlastung für Ausnahmesituationen und erleichtern somit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.  

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