Erstsprachunterricht frei von Politik und Religion

Der Unterricht der Erstsprache von Kindern mit Migrationshintergrund ist wichtig für deren Schulbildung in der Schweiz. Die Lehrangebote der Sprachkurse sind jedoch sehr uneinheitlich und oftmals von ausländischen Organisationen und Staaten finanziert. Die SP-Fraktion setzt sich dafür ein, dass diese Sprachkurse politisch und konfessionell neutral organisiert werden.

Mehr Erstsprachunterricht für mehr Bildung

Für die Entwicklung der schulischen Intelligenz, der Lernfähigkeit und der Persönlichkeitsentwicklung ist es von grösster Bedeutung, dass Kinder ihre Erstsprache gut und sicher beherrschen. Darauf aufbauend kann die zweite und jede weitere Sprache einfacher erlernt werden und die Wortschatzbildung gefördert werden. „Die Ausbildung der Kinder, die in der hiesigen Gesellschaft aufwachsen, ist ein zu kostbares Gut. Das Thema darf deswegen auch in der Politik nicht vernachlässigt werden“, hält Grossrätin Sibylle Benz fest. Sie hat deswegen bereits im März 2017 beim Regierungsrat nach dem Stand der Integration des Erstsprachunterrichts im regulären Stundenplan gefragt.

Mehr politisch und konfessionell neutraler Unterricht

Im Kanton Basel-Stadt wird die Erstsprache für Kinder, die nicht Deutsch oder Schweizerdeutsch zur Herkunftssprache haben, in sogenannten HSK-Kursen vermittelt (Heimatlicher Sprach- und Kulturunterricht). Die Kurse werden zum Teil von Elternvereinen und in Fronarbeit unterrichtet, zum Teil aber von finanziell potenten Herkunftsländern der Vorfahren dieser Kinder finanziert. Insbesondere letzteres führt dazu, dass aus dem Ausland Lehrkräfte und Lehrplaninhalte bestimmt werden.

Grossrätin Edibe Gölgeli dazu: „Dies kann so nicht weitergehen. Der Kanton Basel-Stadt und sein Amt für Schulen müssen die Aufsicht darüber haben, wer was den hiesigen Kindern unterrichtet. Besonders im Fall von autoritären Regimen droht sonst die Gefahr einer Einmischung in Angelegenheiten, die der hiesigen Gesellschaft obliegen.“ Aus Anlass der Entwicklungen in der Türkei reicht Gölgeli im Juni 2017 einen Anzug zu den Anforderungskriterien an Lehrpersonen im Erstsprachunterricht ein.

Der SP-Fraktion geht es insbesondere darum, dass politisch und konfessionell neutraler Unterricht gewährleistet wird, dass der Unterricht von in der Schweiz ausgebildeten und mit den hiesigen Verhältnissen vertrauten Lehrkräften vermittelt wird. Gleichzeitig sollen Kinder, die einen Erstsprachenunterricht besuchen, keiner übermässigen Zusatzbelastung in der Anzahl Wochenlektionen ausgesetzt sein.

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