Basel und Tansania verbindet eine jahrzehntelange Zusammenarbeit in Forschung, Gesundheit und Entwicklung. Der geplante Rückzug der DEZA aus Tansania stellt diese Beziehungen infrage. SP-Ständerätin Eva Herzog und SP-Grossrat Martin Leschhorn Strebel fordern den Bund und den Basler Regierungsrat zum Handeln auf.
Der Bundesrat hat im Juni 2026 die Leitplanken für die künftige internationale Zusammenarbeit (IZA) beschlossen. Vorgesehen ist, mehr Mittel für humanitäre Hilfe und weniger für die langfristige Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen. Fachleute befürchten, dass dadurch langjährige Partnerschaften und nachhaltig aufgebaute Strukturen geschwächt werden.
Diese Neuausrichtung betrifft auch Basel. Der angekündigte Rückzug der DEZA aus Tansania ist für die Nordwestschweiz besonders einschneidend: Basel ist historisch eng mit dem Land verbunden. Die langjährige Zusammenarbeit in Ifakara spielte eine wichtige Rolle für die Entwicklung des heutigen Swiss TPH. Auch Basler Unternehmen und Basler Entwicklungsorganisationen wie Mission 21 und Terres des Hommes Schweiz pflegen bis heute enge Beziehungen zu Tansania.
Ständerätin Eva Herzog verlangt Antworten vom Bundesrat
Diese Entwicklungen sind aus einer baselstädtischen Perspektive höchst problematisch. Ständerätin Eva Herzog und SP-Grossrat Martin Leschhorn Strebel haben auf ihrer jeweiligen politischen Ebene eine Interpellation eingereicht. Herzog kritisiert insbesondere, dass bereits Entscheide getroffen werden, obwohl die künftige Strategie voraussichtlich erst 2028 im Parlament behandelt wird: «Der Bundesrat schafft Fakten, ohne den parlamentarischen Prozess abzuwarten.» Mit ihrer Interpellation verlangt sie Aufklärung über das Vorgehen und über die Folgen des Rückzugs aus Tansania.
Basler Regierungsrat in der Pflicht
SP Grossrat Martin Leschhorn Strebel hat im Grossen Rat eine Interpellation eingereicht. Er will vom Regierungsrat wissen, welche Auswirkungen die Neuausrichtung der internationalen Zusammenarbeit seitens des Bundes und der Rückzug aus Tansania auf Basel haben. «Die Zusammenarbeit mit Tansania ist bis heute für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Basel sowie für zahlreiche Entwicklungsorganisationen in unserer Region von grosser Bedeutung», sagt Leschhorn Strebel. Für ihn ist deshalb klar: Der Basler Regierungsrat soll sich beim Bundesrat für eine langfristig ausgerichtete Entwicklungszusammenarbeit und für die Fortsetzung der Schweizer Zusammenarbeit mit Tansania einsetzen.


