Am 27. September stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub ab. Die Corona-Krise hat vieles verändert. Sie zeigt aber vor allem, wie wichtig die Betreuungsarbeit für Familien ist. Und dass Väter dabei eine zentrale Rolle spielen. Ein Vaterschaftsurlaub ist deshalb wichtiger denn je!

Vaterschaftsurlaub – ein erster Schritt zur gemeinsamen Verantwortung

Die Welt verändert sich und mit ihr auch die Rollenbilder. Vor wenigen Jahrzehnten war der Vater Ernährer, und die Mutter kümmerte sich um den Nachwuchs. Diese Rollenteilung gilt heute nicht mehr. Mütter tragen die finanzielle Verantwortung für die Familien mit, während Väter sich aktiv in Erziehung und Betreuung engagieren. Die aktuelle Corona-Krise macht sicher vielen erst bewusst, dass Familie heute eine gemeinsame Aufgabe ist. Dass die Väter künftig in der ersten Zeit nach der Geburt bei ihrem Kind sein können, ist zwar ein kleiner, aber wichtiger Schritt: «Der Vaterschaftsurlaub ist der erste Teil des gemeinsamen Weges als Familie und damit von immenser Bedeutung», sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse.

Unterstützung der KMU als Teil der Schweizer Identität

«Grossunternehmen bieten schon lange einen Vaterschaftsurlaub, um attraktiv zu sein für Fachkräfte. KMU können sich das nicht zwingend leisten. Das ist ein ungerechtfertigter Wettbewerbsvorteil für die Grossen», sagt Wüthrich. Die Schweiz ist das Land der KMU. Die Corona-Krise hat viele von ihnen in existenzielle Nöte gebracht – und gezeigt, wie wichtig sie sind für die Schweiz sind. Es ist eine zentrale Aufgabe, sie zu unterstützen und dafür besorgt zu sein, dass sie den Grossunternehmen nicht hinterher hinken. Ein gesetzlich verankerter, von Arbeitgebern und Arbeitnehmenden hälftig finanzierter Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen ist ein wichtiges Puzzleteil.

Investition in die Zukunft der Schweiz

Die wirtschaftlichen Prognosen sind alles andere als rosig. Gerade deshalb muss die Schweiz in ihre Zukunft investieren – und damit in die Familien. Es wird eine Zeit nach Corona geben. Aber eine Schweiz ohne Familien und ohne Familienpolitik ist nicht vorstellbar. Wüthrich ist deshalb überzeugt: «Sagen wir am 27. September Ja zum Vaterschaftsurlaub, so sagen wir Ja zu Familien und KMU in der Schweiz.»

 

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15. Jul 2020