Im politischen Diskurs über Gleichstellung dominiert der Begriff der Gleichheit. Eine linke Politik strebt eine Gesellschaft an, in der ihre Individuen gleichberechtigt nebeneinander leben können, ganz nach dem Grundsatz: Alle Menschen sind gleich.

Gleichheit impliziert Ungleichheit und schliesst damit eine Wertung mit ein. Zu bestimmen, ob jemand gleich oder ungleich ist, setzt die Orientierung an einem Massstab voraus. Das heisst, wer gemessen an diesem Massstab als ungleich gilt, erfährt Diskriminierung und Ausschluss. Oft heisst dieser Massstab Mann, weiss, Christ, heterosexuell, um nur einige zu nennen. Ungleiche an einem Massstab zu messen, sie gleich zu stellen heisst, ihre Andersartigkeit zu negieren.

Es gilt also zu versuchen, sich weniger an Massstäben, die die Gesellschaft in Bessere und Schlechtere teilen zu orientieren und fortan die Menschen trotz und wegen ihrer Andersartigkeit gleichwertig zu behandeln. Gleichwertigkeit statt Gleichheit.

Die Sozialdemokratische Partei kämpft für soziale Gerechtigkeit, für die Gleichwertigkeit der Menschen und respektiert sie in ihrer Verschiedenheit. Sie setzt sich ein gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Gleichstellung heisst für die SP nicht gleich zu stellen, sondern durch die Anerkennung der Verschiedenheit der Mitglieder unserer Gesellschaft – mit ihren persönlichen sozialen und kulturellen Erfahrungshintergründen – bestehende Diskriminierung und Ausgrenzung auszuräumen. Es ist ein schwieriges Unterfangen, Gleichberechtigung für alle Mitglieder unserer Gesellschaft mit Hilfe des Grundsatzes der Gleichwertigkeit zu erreichen. Es heisst, einzelne nicht gleich wie andere zu behandeln, sie zu fördern und sie in ihrer Andersartigkeit zu unterstützen und nicht abzuwerten. Durch die Förderung einzelner Gruppen dürfen jedoch andere nicht diskriminiert werden. Diese Gratwanderung will die SP gehen – in allen politischen Bereichen.

Die Mitglieder der SP engagieren sich insbesondere für:

  • den Schutz vor Diskriminierung von Minderheiten oder schwächeren Gesellschaftsmitgliedern
  • gleichen Lohn für gleiche Arbeit
  • die Schaffung von Teilzeitstellen, Krippen und Tagesschulen
  • eine paritätische Vertretung der Frauen in gesellschaftlichen Schlüsselpositionen
  • den Schutz vor sexueller Belästigung und häuslicher Gewalt

Sachgruppe Gleichstellung der SP Basel-Stadt

Die Sachgruppe Gleichstellung wurde erst vor wenigen Monaten gegründet und ist nicht zuletzt deshalb ein vielseitige Gruppe mit grossem Tatendrang. Sie versteht sich als Plattform für die Vorarbeit zu einer engagierten und erfolgreichen Gleichstellungspolitik der SP Basel-Stadt. Wie jede Sachgruppe steht auch sie zur Mitarbeit und auch einfach zum Reinschauen jeder und jedem offen. Erste Schwerpunkte der politischen Arbeit werden zurzeit noch ausgearbeitet, auch bei dieser Frage kann man sich also noch einbringen.

Die Quotenfrage

Einer Aufgabe hat sich die Gruppe bereits angenommen: Die SG Gleichstellung organisiert eine offene und kritische Diskussion zur Frauenquote in der SP Basel-Stadt. Die Quote sorgte in jüngster Zeit für viele hitzige Debatten. Eine Schwierigkeit dabei war, dass die Quotenfrage bloss vermengt mit konkreten Personalfragen angesprochen wurde und dann wieder beiseite gelegt wurde. Ziel der von uns vorbereiteten Diskussion ist es, dass die Partei ihr Verhältnis zur Frauenquote grundlegend reflektiert, eine klarere Haltung erarbeitet und davon ausgehend die statutarische Bestimmung und ihre Ausgestaltung überprüft.
Weitere Informationen über die Ziele der Sachgruppe finden sich in derKurzbeschreibung der Initiative zur Gründung.
Die nächste Sitzung ist noch nicht festgelegt. Wer interessiert ist, daran teilzunehmen, kann sich bei den unten stehenden Kontaktpersonen melden und wird dann zur nächsten Sitzung eingeladen.

Dokumente zum Download als PDF

26. Mai 2015